Table-Mountain-Top Interaction (TMTI) in Südafrika, 16. – 25.05.2019

Internationales Treffen von Soldatenchristen am Tafelberg 

Gott hatte junge Soldatenchristen gerufen, um für ihre Aufgaben als künftige Führungskräfte in den Streitkräften vorbereitet und zugerüstet zu werden - an welchem Platz auch immer ER sie stellen wird. Fünfzehn junge Offiziere und Offizieranwärter waren diesem Ruf gefolgt und sind für zehn Tage ans Kap der Guten Hoffnung nach Südafrika gereist.

AMCF-Vizepräsident für die Region Südliches Afrika, Kpt z.S. a.D. (South African Navy) Peter Louwrens, als Gastgeber sowie Fleet Chaplain, Oberst Dudusile Mpisana, als Vertreterin des Leitenden der Rüstzeit, Generalmilitärdekan SANDF (South African National Defence Forces) Chaplain General Andrew Jamangile, und deren Team von Helfern haben sich zu mehreren Pray & Plan-Meetings zusammen gefunden, um ein außergewöhnliches Erlebnis für die Teilnehmer aus BotswanaSüdafrika und Deutschland vorzubereiten.

Table Mountain Top – der Gipfel von Kapstadts berühmtem Wahrzeichen, dem Tafelberg – steht Pate für diese internationale Soldatenrüstzeit, welche zum zehnten Mal seit 2003 durchgeführt wurde. Die diesjährige Rüstzeit teilte sich in zwei Phasen.

Phase 1 (16-21may) war vorwiegend für die internationalen Teilnehmer konzipiert, um sich mit dem historischen Hintergrund und den aktuellen Lebensumständen in Südafrika vertraut zu machen. So sollten Informationen und Eindrücke zu gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zu den Streitkräften, zu geografischen und biologischen Besonderheiten von Flora und Fauna und ebenso zur Lage der südafrikanischen christlichen Soldatengemeinschaften (Military Christian Fellowships) gesammelt werden. Tägliche Exkursionen waren eingerahmt von Morgenandachten, Gebet und Abendreflexionen mit gesungenem und musikalisch unterstütztem Lobpreis. Ziel von Phase 1 war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Gespür dafür zu geben, wie christlicher Glaube in der Familie und im Dienst in Südafrika gelebt wird.

Phase 2 (21-25may) wurde gemeinsam mit Soldaten der Gastgebernation durchgeführt; diese kamen hauptsächlich aus der benachbarten Garnison Simonstown (größter Flottenstützpunkt der SA Marine), aber auch aus anderen Teilen der ausgedehnten Kapregion. Täglich kamen mehr, und zum Höhepunkt – dem Zweitages-Bergmarsch hoch zum Gipfel des Table Mountain – war die Gruppe der jungen Führungskräfte auf sechszehn Köpfe angewachsen.

Diese Phase mit ihrem klaren Schwerpunkt auf Glaubensbildung anhand vielfältiger Vorträge, stark praxisorientierter Workshops und spezifischer Übungen als Handlungstraining bildete das Herzstück von TMTI. Erfahrene Referenten – sowohl im Hinblick auf ihr soldatisches Selbstverständnis, teilweise auch auf Kampferfahrung basierend, als auch hinsichtlich ihres gereiften Glaubenslebens durch schwere Krisen hindurch – nahmen Stellung zu einer Vielzahl von Themen mit hoher Relevanz für das Leben als Christ im Allgemeinen und das als christlich orientierter militärischer Führer im Besonderen.

Um nur einige Themen zu nennen:

  • Soldatsein und Christsein – ein Widerspruch?
  • Christliche Grundsätze zur Menschenführung in Streitkräften
  • Psalm 91 – der Soldatenpsalm
  • Epheser 6 – die Waffenrüstung Gottes
  • Anleitung zur Arbeit in Kleingruppen
  • Gebet als Gespräch mit Gott
  • Zeitgemäße und lebensnahe Bibelarbeit
  • Beten & Planen

Über allen Vorträgen und Workshops standen die Fragen "Wie hilft mir das als militärische Führungskraft?" und "Wie wende ich das Gelernte zweckmäßig an?". Einmal mehr erwies sich die TMTI-spezifische Mischung von Führungskräftenachwuchs mit "gestandenen" aktiven und ehemaligen Führern von Truppe als besonders gewinnbringend im Hinblick auf die Zielsetzung. Konteradmiral a.D. Philipp Schultz, zuletzt AbtLtr Strategic Operations SANDF, bspw. hatte sich mit seinem Privatfahrzeug freiwillig in den TMTI-Kraftfahrerpool für die täglichen Unternehmungen gemeldet. Dieser kriegsgediente Marineoffizier gab den jungen Soldatinnen und Soldaten bereitwillig Auskunft zu Fragen, Überlegungen und auch Grenzerfahrungen sowohl des militärischen Dienens als auch des persönlichen Glaubenslebens – genauso wie die anderen fünf "Silberrücken", die dem TMTI-Team als Mentoren zur Verfügung standen.

Die internationale Soldatenrüstzeit am Kap wurde mit einem "Gebet für die Nationen" abgeschlossen. Zu Sonnenaufgang des letzten Rüstzeittages beteten am Strand von Fish Hoek mehr als ein Dutzend junge Soldatenchristen aus Botswana, Südafrika und Deutschland für die 14 Länder der Region Südliches Afrika. Dabei wurde besonders für die jeweiligen christlichen Soldatengemeinschaften, für die Militärseelsorge, für die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Führer und für die Menschen in diesen Ländern gebetet. Dieses allererste "Gebet für die Nationen" war von den TMTI-Teilnehmern durch Verbindungsaufnahme mit den jeweiligen MCF-Vorsitzenden bzw. den Leitenden Militärgeistlichen der jeweiligen Nation sorgfältig vorbereitet worden. Aus diesem Gebet heraus entstand die Idee zur Gründung eines deutschsprachigen Gebetskreises für die AMCF-Region Südliches Afrika.

Aus Sicht unserer sechs jungen deutschen Offiziere und Offizieranwärter, welche zusammen mit den CoV-Mitgliedern Oberst a.D. Hermann Meyer und OFA Dr. Erika Meyer teilnahmen, war TMTI eine außergewöhnlich bereichernde Erfahrung des Füllens und der Stärkung durch den Heiligen Geist sowie eine beachtlichen Zurüstung an christlich-geprägtem Führungsverhalten. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich, dass diese wertvollen Gaben in ihnen reifen und sie damit in ihrem Dienst in der Bundeswehr zum Bau von Gottes Reich beitragen werden.

Hermann Meyer, Oberst a.D.