Segelrüstzeit Ijsselmeer/NL 07. – 12. 09. 2003

Der Törn ging über insgesamt 120 Seemeilen.

Törnverlauf:

So. 07.09.2003:
Eintreffen der Crew bis 20:00 Uhr. Um Stavoren zu erreichen nahmen einige die weite Fahrt von Schwerin, Nürnberg, oder Daun in der Eifel auf sich. Als wir alle an Bord gingen verteilte Rainer die Kojen, alle räumten ihre Seesäcke und Proviant aufs Schiff. Unser Skipper Michiel und Maat Martin stellten sich vor und gaben eine Einweisung in das Schiff. Rainer gab uns allen anschließend Unterricht in Knotenkunde und das Belegen von Klampen. Damit am nächsten Morgen auch die einfachsten Handgriffe an Deck gelingen konnten, übte jeder mit Tampen und Tauwerk, so kam man sich einander recht schnell näher.

Mo. 08.09.2003:
Auslaufen aus StavernIn den Niederlanden gibt es erst um 8:00 Uhr Brötchen beim "Warme Bakker", was einige schon vom letzten Törn kannten. In großer Runde mit 10 Leuten schmeckt das Frühstück an Bord mal ganz anders, und alle hofften auf einen tollen Segeltag. Die engen Kojen der Nacht waren für den einen mehr, für den anderen weniger ein Problem gewesen.

Das Bild rechts zeigt das Auslaufen aus "Stavern", wie es unter Seglern genannt wird. Erstes Umgehen mit den dicken Fallen, Martin erklärt das Belegen, und Michiel hat an Ruder alles im Griff. Unser heutiges Ziel ist Makkum, und es ist Regen angesagt.

Di. 09.09.2003:
Rainer in der Kombüse

Segelwetter
Nach einem schönen Abend im Hafen von Makkum mit herrlichem Sonnenuntergang, liefen wir mit Kurs auf Terschelling aus. Es war gutes Wetter und guter Wind an - gesagt. Nun hieß es also raus auf die Nordsee und das Wattenmeer. So musste die Auslaufzeit bereits nach der Tide festgelegt werden. Um das Ijsselmeer zu verlassen passierten wir die Schleuse bei Kornwerderzand.

Rainer der uns alle jeden Tag hervorragend bekochte, musste nun den Suppentopf mit Tampen sichern, denn von nun an war mit mehr Seegang zu rechnen. Schnell merkten wir das Draußen noch viele andere Plattbodensegler fuhren, es war herrlich anzuschauen. Unser Schiff machte gut Fahrt, und die vielen Wenden und auch der Seegang ließen es der Mannschaft nicht langweilig werden, denn Skipper Michiel musste der Fahrrinne folgen.


Mi 10.09.2003:
SeemannschaftDie Insel Terschelling ist wunderschön, zu diesem Schluss kamen alle, aber wir wollten weiter. Im Seewetterbericht waren für den Nachmittag kräftige Schauer gemeldet, und so viel die Entscheidung, nicht nach Texel, sondern nach Harlingen zu segeln. Als wir ausliefen richteten alle an Deck ihre Kleidung nach der des Skippers, und der trug Ölzeug.

Do. 11.09.2003:
Heute kommt guter Wind...

Steife Brise
Heute gab es viel zu tun denn wir hatten guten Wind, und konnten bis zu 8,5 Knoten laufen. Unser Kurs startete in Harlingen und wir verließen die Nordsee wieder durch die Schleuse bei Kornwerderzand. Im Ijsselmeer bauten sich beachtliche Wellen auf. Skipper Michiel brauchte auch schon mal 3 – 4 starke Männer um denn die Großschoot dichtzuholen. Wir segelten quer durchs Ijsselmeer bis Enkhuizen, und dort wieder durch eine Schleuse in das Markerwaard. Hier konnte man Niederländische Baukunst erleben, denn während wir schleusten, ging der Autoverkehr unter uns durch. Dann fuhren wir auf Höhe Wijdenes, Hoorn war schon zu sehen, unsere einzigste Halse des gesamten Törns, und wieder zurück nach Enkhuizen, wo wir für die Nacht festmachten. Dies war der längste Segeltag. Dort lagen später mehr Schiffe als in allen anderen Häfen, und sogar bei Dunkelheit liefen immer noch mehr ein, ein tolles Bild. Gottfried holte dann noch seine Gitarre raus, und die Stimmung wurde perfekt. Ein schöner letzter Abend an Bord nach einem super Segeltag.

Fr. 12.09.2003:
Kurs auf Stavern, letztes Auslaufen, die Stimmung wurde etwas ruhiger, war doch allen klar das in ein paar Stunden eine herrliche Woche zu Ende gehen würde. Alle waren Gott dankbar so etwas erlebt zu haben.


Die Crew
Die Crew: oben v. li. :Jürgen, Martin, Wolfgang, Rainer, Dirk, Gottfried, Michiel, unten v. li. : Dieter, Gerd, Michael, Gisela, Martin.

 
Hier noch ein paar persönliche Eindrücke der Teilnehmer:

Jürgen:
Gute Kameradschaft, Zusammenhalt und harmonische Atmosphäre prägten diese Woche. Menschliches miteinander und gegenseitige Unterstützung in jeder Hinsicht haben mich beeindruckt. Die jeweiligen Zeiten der Besinnung waren eine wertvolle Erfahrung. Meine Einstellung zum Glauben und zu Gott, werde ich einer neuen Bewertung unterziehen müssen

Martin:
Die Mischung machts: Wind und Wellen, Sonne und Regen, gute Gemeinschaft und Geistliche Impulse die wertvoll sind fürs Leben. Eine gelungene Freizeit, die man wiederholen könnte.

Michael:
Erst jetzt, nach einer Nacht im schaukelfreien - super breitem - Bett habe ich meine Eindrücke soweit verarbeitet, das ich meinen Beitrag leisten kann. Ich war selber etwas überrascht, das die für mich erst- und einmaligen Eindrücke des Segelns bei meinen Erzählungen im Kreise meiner Frau und zwei meiner Enkel nicht zu den wichtigsten Punkten gehörten. Nachdem sich die Kinder eingehend mit der Postkarte der L'Arche de Noe befaßten, - mein einziger bildlicher Nachweis - kam ich in meiner Erzählung sehr schnell zu Gottfried und den unbewältigten "Deltas" in meinem Leben. Und als die Kinder längst im Bett waren, versuchte ich meiner Frau, übrigens auch eine Gisela, deutlich zu machen, mit welcher Freude und mit wieviel Lachen und Spaß wir über das eigentlich nicht leichte Thema "Ur-Grund" und "Existenz-Grund" usw. geredet hatten. Ich mußte erst im neuen Testament nachlesen um den ganzen Text zusammen zu bekommen der mir immer in Bruchstücken einfiel. Paulus schrieb in seinem zweiten Brief an die Korinther "...Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." Mein besonders ausgeprägter Eindruck in dieser Woche war, das ich den Geist des Herrn gespürt habe.

Dirk:
Windstärke 6, Geschwindigkeit 8,5 Knoten und immer guten Kurs auf ein klares Ziel, das haben wir an Bord erlebt. Ein klares Ziel hat uns Gottfried an Bord gegeben, Rainer hat den Anker gelichtet– Nun fahren wir......

Wolfgang:
Ich habe eine Woche in einer netten Kameradschaft erlebt. Das Erlebnis auf dem Segelschiff – der Umgang mit der Natur war einmalig. Die Denkanstösse werden bei mir auch noch nachhaltig wirken. Ausgeglichen und voller Dankbarkeit werde ich meine Heimreise antreten.

Dieter:
Habe gute Grundkenntnisse in der Segeltechnik mitgenommen und eine harmonische Kameradschaft erlebt. Gegenseitige Unterstützung waren selbstverständlich und mussten nicht erfragt oder erbeten werden. Es gab viele Gelegenheiten - ohne Frömmelei – über religiöse und auch menschliche Themen zu sprechen. Mein Fazit: Das war Segeln erster Klasse.

Gisela:
Da ich im Vorfeld aus der zugeschickten Teilnehmerliste entnehmen musste, dass nur eine weibliche Person ( nämlich ich ) teilnehmen würde, stand ich ganz offen zugegeben der ganzen Sache etwas skeptisch gegenüber. Aber ich wurde angenehm überrascht, und kam mit positiven Erfahrungen und Gedanken und Worten nach Hause zurück.
Vielen Dank noch mal an Rainer, der uns nicht nur mit Essen versorgte, sondern uns auch viele Denkanstösse aus der Bibel vorgelesen hat.

Gerd:
Leben und Segeln auf einem Plattbodenschiff haben mir sehr gut gefallen. Jeden Tag in einem anderen Hafen festmachen, und die Stadt oder Insel anschauen. Sehr gute Kameradschaft. Toller, lockerer Umgang mit den Themen die Gottfried und Rainer uns näher gebracht haben, und das alles zu dem Motto "Kurs finden und Kurs halten".

 
Besonderer Dank an:

    dich Rainer, Organisation, Essen das du die ganze Woche für uns zubereitet hast, die Zeiten der Morgenbesinnung.
    dich Gottfried, für die anschaulichen Darstellungen bei der Abendarbeit.
    euch Skipper Michiel und Maat Martin, für die gute und sichere Führung des Schiffs.
    die COV für diese tolle Rüstzeit, die es hoffentlich noch lange geben wird.
    und an Gott, das diese Woche, über die versucht wurde zu berichten, so abgelaufen ist.

Gerd u. Gisela Vorrink