Glauben wird stärker in Krisen

Ein Patient sagte zu seinem Arzt: „Angst beherrscht mein Leben, und die Angst hat mir alle Freude genommen.“

„Hier in meiner Praxis lebt eine Maus, die an meinen Büchern knabbert“, entgegnete der Arzt.

„Mach ich zuviel Aufhebens von der Maus, wird sie sich vor mir verstecken, und ich werde nichts anderes mehr tun, als sie zu jagen. Stattdessen habe ich meine wertvollsten Bücher an einen sicheren Platz gestellt und erlaube Ihr, an den anderen zu knabbern. So bleibt die Maus eine einfache Maus und wird nicht zu einem Monster. Richten Sie Ihre Angst auf einige wenige Dinge, dann bleibt Ihr Mut für das, was wichtig ist.“

Paulo Coelho, Der Wanderer

 

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde unserer Cornelius Gemeinschaft,

Schwere Zeiten? - Schwere Zeiten!

Vieles ist nicht mehr so, wie wir es gewohnt sind. Es sind geliebte Kleinigkeiten wie Kaffeetrinken oder Konzertbesuche, die fehlen. Und es sind einschneidende Veränderungen, sich nicht mehr mit seinen Großeltern, Eltern oder Freunden zu treffen.

Alleinsein ist eine bewußte Entscheidung, Jesus hatte immer Menschen um sich rum, er sprach, betete und heilte in der Gemeinschaft. Er wählte bewußt die Einsamkeit. Vierzig Tage in der Wüste, alleine, vom Bösen versucht und unter Stress durch Hunger und Durst haben IHN nicht an den seine Grenzen geführt, er blieb standhaft!

Es war eine Prüfung, genauso wie unsere Zeit eine Prüfung ist. Unser Planet geht kaputt, Pest und Covid, wir sehen Kriege und Terror auf dieser Welt. Hierfür ist nicht Gott verantwortlich, es sind wir Menschen. Gott bittet uns, inne zu halten, furchtlos zu sein und standzuhalten gegen das Böse! Und uns zu besinnen.

Können wir als Einzelne in unserer Gesellschaft standhaft bleiben? Uns nicht anstecken lassen von der Angst? Vorbild und Beispiel sein? Wir können! Jeder von uns! Unser Glaube, dass Gott die Liebe ist und Jesus diese Liebe gewirkt und gelebt hat - und wir diesem Beispiel folgen können - das ist unser Trumpf und Triumph zugleich.

Schauen wir in diesen Monaten, vielleicht Jahren, auf unseren HERRN, wie er Menschen aus Krisen körperlicher und psychologischer Art geholfen hat, manchmal ohne ein Wort!

Können wir das nicht auch? Durch Gebet, durch Zuspruch, durch Aufmerksamkeit, durch Dasein, Handhalten? Wir können! Jeder von uns! Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freunde der CoV, lasst uns furchtlos in die Zukunft blicken und etwas von dieser Angstlosigkeit weitergeben, jeder, wie er es vermag.

Lasst uns mutig sein. Wir sind doch befreit. Gott hat uns diesen Mut gegeben, indem er uns frei gemacht hat von der „Mäusejagd“, um das Wichtige in dieser Zeit des „Alleineseins“ zu erkennen. LIEBE und Menschlichkeit! Lasst uns vor, inmitten und nach dieser schweren Zeit Christ sein in dieser Welt.

„... und er ging hin zu Ihm, verband ihm seine Wunden, groß Öl drauf, hob Ihn auf ein Tier und führte Ihn in eine Herberge und pflegte ihn.“ Der barmherzige Samariter, Lk 10,34

Ihr/Euer Henning Klement