Familienrüstzeit vom 26. bis 28. Oktober 2012 in Hülsa

„Glücksritter – unterwegs im Glauben“ – Glück – Erreichbar? Erstrebenswert? Gott gewollt?
50 Erwachsene und 8 Kinder machten sich gemeinsam auf die Suche nach dem Glück.
„Viel Glück!“ „Herzlichen Glückwunsch!“ Glück - das wünschen wir uns ständig, nicht nur zu Geburtstagen. Manchmal hat man auch mal „Glück gehabt“. Aber was ist das eigentlich, dieses Glück? Es scheint etwas zu sein, was wir ständig suchen, aber wohl oft nicht finden. Woran liegt das? Im Neuen Testament wird der Begriff „Glück“ nicht ein einziges Mal erwähnt. Ist (irdisches) Glück überhaupt Gott gewollt?

Unser Militärpfarrer, Friedemann Schmidt (Büchel), kredenzte uns erstmals einige philosophische Glückskekse. Glück – Schopenhauer glaubte nicht, dass es das überhaupt gebe. Nietzsche sagte, Glück habe immer etwas mit Unsinn zu tun. Für Kant war Glück mit dem Pflichtbegriff verbunden.

Und so wurden wir durch die Disziplinen geführt: Von Philosophie über Soziologie hin zur Medizin (Neurophysiologie) zur Psychologie – die heute für Glück zuständige Fakultät.

Wir notierten, was uns glücklich macht. Dabei unterschieden wir zwischen dem Glück für die nächsten fünf Minuten, für einen Tag, einen Monat ein Jahr oder für ein ganzes Leben:

Glück ist

- wenn man es teilen kann

- Gemeinschaft

- mit Familien zusammen sein

- Musik machen, hören

- Natur erleben

- Sonnenaufgang, -untergang

- ein Weizen-Bier nach harter Arbeit

- Andreas küssen (!?)

- in freudige Kinderaugen blicken

- geliebt werden

- von Gott gewollt sein.

...

Eine Erkenntnis drängt sich auf: Die Perzeption ist offenbar wichtig. Wichtiger sogar als das, was passiert. Wir sehen Dinge so, wie unsere Sichtweise es erlaubt. Für den einen ist das einfache Essen ein Glück, weil es ihn satt macht, für den anderen ein Grund zu ärgern, weil es ihm nicht schmeckt. Somit funktioniert auch eine gewisse Selbstprogrammierung: Wenn ich freudig auf die Dinge zugehe, dann kann ich auch viel mehr Glück empfinden.

Auch wenn das Neue Testament nicht explizit vom Begriff „Glück“ spricht, so ist uns doch klar, dass Glück und Glauben für uns Christen nicht zu trennen sind. Wir sind von Gott angenommen, Christus ist für uns gestorben, wir sind – zum Glück – befreit.

Der Abschlussgottestdienst stand im Zeichen des Abendmahls – Gemeinschaft untereinander, Gemeinschaft mit Gott. Dazu gehört nicht viel: Brot und Wein und eben Gemeinschaft.

Die Kinder hatten unter der Betreuung und Anleitung von Marie Schmidt-Eggert wunderbare Transparente gebastelt und im Gottesdienst vorgestellt. Ein Transparent war noch nicht zusammengeleimt: dieses war für Sascha Zierold, das wir ihm mit unseren Segenswünschen nach Afghanistan schickten.

Die Kinder hatten neben diesen noch zwei weitere Glücksmomente: neben unserer traditionellen Fackel-wanderung noch einen Winter-einbruch in HÜLSA, der für die ersten Schneeballschlachten dieses Winters sorgten.

Am Ende blieb: Dankbarkeit für diese Gemeinschaft, für Gottes spürbare Nähe – das ist eine Form des Glücks.

Dr. Rolf v. Uslar, Oberfeldarzt