Familienrüstzeit vom 14.11.-16.11.2014 in den Christlichen Gästehäusern in Willingen

Mit Gott –Gott mit uns?

Ankunft bis 17:00 Uhr. Das war für viele Navis offensichtlich schon ein Problem. Erst nach längerer Suche fanden einige Teilnehmer unserer Rüstzeit die Unterkunft. Dieser Ort war für fast alle ein völlig neues Ziel. So konnte dann auch erst gegen 19 Uhr Sascha alle Teilnehmer begrüßen.

Wieder einmal hatten gut 50 Mitglieder der COV sich auf den Weg gemacht, um an dieser Rüstzeit teilzunehmen. Die Unterkunft fand nicht bei allen eine grenzenlose Zustimmung. Die Zimmer erinnerten dann doch sehr an Jugendherbergen aus den sechziger Jahren. Das Essen war gut und auch der genutzte Gemeinschaftsraum war ansprechend.

Nachdem Sascha uns alle aufs herzlichste begrüßt hatte, gab uns Friedemann Schmidt eine kurze Einführung in das Thema. Auf die obligatorische Begrüßungsrunde verzichteten wir und verlegten sie auf den Samstag, da noch einige angemeldete Mitglieder fehlten.

Im Thema sollte es um einen Austausch über die „Folgen des 1. Weltkrieges und die Veränderungen in den Familien“ gehen („Wir erzählen uns vom Vorher und Nachher.“).

Der 1. Weltkrieg brachte die größten Veränderungen in Kultur und Gesellschaft. Durch die Kriegsfolgen veränderten sich die Lebensverhältnisse unserer Familien. (Ende des Kaisertums, Bedeutungsverlust des Adels, Flucht, neue Strukturen, Technisierung, neue Berufe).

Nach Begrüßung und kurzer Einführung in das Thema begann der gemütliche Teil des Abends: entspanntes Beisammensein bei Bier und Wein. Aber da hatte der Hauswirt leider „einen Strich durch die Rechnung“ gemacht. Im Hause herrschte striktes Alkoholverbot! Auch überzeugende Argumente von Sascha ließen den Hauswirt nicht erweichen. So verbrachten wir bei Wasser und alkoholfreiem Weizen die restlichen Stunden des Abends.

Der nächste Tag begann mit einem guten Frühstück und einer erfrischenden Morgenandacht. Der restliche Vormittag war dann angefüllt mit vielen Geschichten zum Thema. Es war sehr interessant und teilweise auch sehr bewegend, was der 1. Weltkrieg in vielen Familien und Familiengeschichten alles angerichtet hatte.

Nach dem Mittagessen gab es eine kurze Mittagspause, bevor wir in einem Fahrzeugkonvoi zum Schloss Arolsen aufbrachen. „Unser Prinz“, der Leser mag mir diese Formulierung erlauben, hatte die Gemeinschaft in sein Schloss eingeladen. Nachdem der 1. Weltkrieg die Zeit des Adels und ihrer Herrschaft beendete, hatte auch das Adelshaus zu Waldeck ihre Besitztümer zum größten Teil eingebüßt. Das Schloss und zugehörige Ländereien sind heute im Familienbesitz. Um das Schloss unterhalten zu können, wurde eine Stiftung ins Leben gerufen. Wir hatten jetzt das große Glück, dass der Prinz selbst in Begleitung einer Schlossführerin die Begehung des Hauses vornahm. So erfuhren wir kleine Anekdoten und Geschehnisse aus den Kindertagen des Prinzen, die uns die hauptamtliche Führerin sicher so nicht hätte zu teil werden lassen. Ich erinnere dabei nur an das Versteckspielen mit “ jungen Damen“ in großen Kleiderkommoden.

Nach der Rückkehr und einem reichhaltigen Abendessen mit anschließender Fackelwanderung entgingen wir den Resten des alkoholfreien Bieres, indem unser Pfarrhelfer, Herr Helmes, ein Lokal in Willingen erkundet hatte, in dem wir für die Abendstunden Platz fanden. Freundlicherweise übernahm Herr Helmes auch einen Fahrdienst, so dass auch einige Biere mit prozentualen Anteilen getrunken werden konnten. Natürlich stand nicht der Bierkonsum im Vordergrund, sondern die guten und intensiven Gespräche.

Am Sonntag hatten wir ausreichend Zeit, in Ruhe zu frühstücken, um uns anschließend im Gruppenraum zusammenzufinden. Sascha gab uns dann einen kurzen, aber doch sehr interessanten Einblick in die derzeitige Lage der Bundeswehr, so dass wir aus berufenem Munde mehr erfuhren als aus entsprechenden Berichten der Medien.

Leider konnten meine Tochter und ich dann nicht mehr an dem Gottesdienst teilnehmen, da wir noch einen Termin in der Heimat wahrnehmen wollten. Ich gehe aber davon aus, dass der Gottesdienst wie immer für alle ein Erlebnis und eine seelische Bereicherung gewesen ist, um sich dann gestärkt auf den Heimweg zu machen. Bevor wir diesen antraten, sprach uns Friedemann noch den Segen zu. Für meine Tochter und mich ein sehr bewegender Moment, auch in dem Bewusstsein, dass Friedemann uns im nächsten Jahr nicht mehr begleiten wird, da er in Berlin neue berufliche Aufgaben übernehmen wird. Wir wünschen ihm alles Gute und Gottes Segen für die neue Herausforderung!

Heino Wessel, Hauptmann d.R.