Familienrüstzeit vom 10. bis 12. April 2015 im Feldbischof-Franz-Dormann-Haus in Marienheide

„…am gegebenen Ort…“ – zum 70. Todestag von Dietrich Bonhoeffer

Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Wir haben uns daher bei unserer diesjährigen Jahresrüstzeit vom 10. bis 12. April, 70 Jahre danach, anhand von Biographie und Texten Bonhoeffers mit der Frage nach dem richtigen Handeln als Christ in dieser Welt befassen. Denn „nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen“ war sein Lebensmotto.

Am Samstag morgen sind mit Auszügen aus einer Filmbiografie über Dietrich Bonhoeffer in das Thema eingestiegen. Den Anfang des Films bildete der durch Klaus Maria Brandauer eindrucksvolle gesprochene Text Bonhoeffers „Sind wir noch brauchbar?“:

Aussagen von Zeitzeugen und Wissenschaftlern nahmen uns mit das Leben und Wirken dieses beeindruckenden Mannes, dieses so wichtigen Christen. So veranschaulichten wir uns einige Stationen auf seinem Lebensweg:

• sein Wirken für die internationale Ökumene,

• die durch ihn geleiteten Predigerseminare, die im engen Zusammenhang mit seinem Werk „Nachfolge“ und der Bibelarbeit „Versuchung“ stehen,

• seine Zeit im Benediktinerkloster Ettal, in dem er während des gegen ihn verhängten Redeverbotes an seiner „Ethik“ arbeitete,

• die polizeilichen Schließung der Predigerseminare,

• seine Reise in die USA und seine Wiederkehr, weil er in jener Zeit glaubte, in Deutschland sein zu müssen,

• die Verbindung zu Angehörigen des Widerstandes gegen Hitler um Oster und Dohnanyi,

• seine Verlobung mit Maria von Wedemeyer, deren Liebe so eindrücklich in den überlieferten „Brautbriefen“ anschaulich wird,

• die Zeit im Gefängnis der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin,

• die Zeiten in den Konzentrationslagern Buchenwald und Flossenbürg bis zu seiner Hinrichtung 1945.

Indem wir uns diese Stationen vor Augen geführt und in einer Phase der Gruppenarbeit auch mit zwei Texten Bonhoeffers befasst haben, haben wir versucht, seine Perspektive einzunehmen: Wir begegnen Jesus Christus im anderen Menschen, im Gegenüber. Es gehört zum verantwortlichen Leben, mit Menschen mitzuleiden. Gott gibt uns die Kraft die wir auch in noch so schweren Situationen benötigen. Wir sind durch ihn zum Leben befreit.

Die Beschäftigung mit Dietrich Bonhoeffer haben wir für zwei Stunden am Samstag Nachmittag durch unsere Jahreshauptversammlung unterbrochen.

Am Abend haben wir uns dann beim Grillen, bei unserer Fackelwanderung und dem anschließenden Beisammensein dem persönlichen Gespräch, einige auch dem Gesang gewidmet.

Unser Gottesdienst mit „unserem“ Militärpfarrer Friedemann Schmidt am Sonntagmorgen stand ebenfalls im Zeichen Dietrich Bonhoeffers. Er rundete unsere wieder einmal äußerst bereichernde gemeinsame Zeit ab. Wir dürfen für das Wochenende in Marienheide sehr dankbar sein: für die Kinder und deren liebevolle Betreuung, für das Haus und deren Mitarbeiter, für unsere Gemeinschaft. Danke!

Sascha Zierold, Oberstleutnant i.G.