CoV-Sommerrüstzeit in Goslar, 22. – 24.06.2018

Jedermann sei untertan der Obrigkeit...

Den Römerbrief, Kapitel 13, die Verse 1 bis 7 geistig zerlegen und gemeinsam wieder zusammensetzten - der Tatendrang und die Begeisterung für das Thema unserer Rüstzeit in Goslar auf dem Hessenkopf war schon bei der Ankunft spürbar. Die Rüstzeit der Corneliusvereinigung vom 22. bis zum 24. Juni 2018 ist allen Teilnehmern als eine „Besondere“ in Erinnerung geblieben. Schon die Vorbereitung gemeinsam mit Militärdekan Dr. v. Schubert von der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg gestaltete sich am Motto „wir wollen viel erreichen“ - gedanklich, seelisch, intellektuell, im Zusammensein und gemeinsamen Erschließen. Schon im Kleinen hat besonders uns allen das Detail und die liebevolle Vorbereitung durch Pfarrhelfer Bernd Winkler gezeigt, mit welch großem Zeitkonsum das Militärpfarramt Hamburg die COV unterstützt. Hierfür von allen Teilnehmern ein großen, tiefen Dank. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit der Militärseelsorge sehr.

Der Teilnehmerkreis hatte es in sich. Unser Prinz Georg Friedrich zu Waldeck war trotz Krankheit zu uns gekommen und hat wie immer mit seinem Geist und seiner Frische unsere Diskussionen belebt. Und es ist sehr bemerkenswert, wie unsere Riege der 80iger Karl Beck und Gerd Kaiser fest an unserer Seite wertvoll alt und jung zusammenführen in unserer Corneliusvereinigung. Auch Euch gilt unser Dank. Ohne Euch wären wir nicht ganz. Und die Jugend und das „Mittelalter“ fehlten auch nicht, und alle haben mitdiskutiert.

Wir hatten viel Abwechslung. Vor dem Frühstück haben wir unseren HERRN mit einem Lobpreis gedankt, beim Frühstück gesungen, unsere Ältesten Sascha Zierold, Axel v. Freymann und Rolf v. Uslar haben die geistlichen Direction & Guidance in vielen Gesprächen gegeben, Gruppenarbeiten wurden mit großer Intensität durchgeführt, die begleitenden und gedanklichen Tiefen zum Römerbrief haben wir uns mit Dr. v. Schubert erschlossen.

Deshalb nun zum Thema: Was in Sachen Politik wirklich zählt für uns Christen? Dass wir einer Staatsmacht nicht in Furcht nur zu gehorchen haben, sondern ihr aus dem eigenen Gewissen heraus mit Ehrerbietung, mit Zöllen und Steuern tatkräftig zur Seite stehen sollen. Denn genau so steht es im Text. Man muss die sieben Verse nur zu Ende lesen. Wir haben erkannt, dass die Römerzeilen uns gradlinig den Weg zu unserem Staatsverständnis zeigen. Und ein christliches Staatsverständnis lehrt halt genau nicht, eine fundamental-religiöse Staatsordnung zu erreichen, sondern als Christ in allen politischen Ordnungen nach dem ethisch Guten (wie handelt Jesus?) in der Staatsordnung zu suchen und das zu stärken.

Das kann im Extrem in den Widerstand führen, wenn nämlich der Staat zur Beute von Verbrechern wird, die ihre privaten oder ideologischen Programme an die Stelle des Gemeinwohls und des für alle geltenden Rechts setzen. Dann steht vielleicht noch „Staat“ darauf, aber darin ist dann kein „Staat“ mehr, weil da kein Recht mehr ist. Für uns Soldaten ist das zentral, stehen wir doch in der Tradition von Oberst v. Stauffenberg und General v. Tresckow. Das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Das ist unser Auftrag und der ist einzig und allein an der Rechtssicherungsinstanz der gesetzlichen Freiheit gebunden. Kurzum - der Staat hat die zentrale Aufgabe der Sicherung meines und deines Freiheitsgesetzes (Kant, Metaphsik der Sitten, auch Gustav Radbruch).

Christliches Handeln in einer rechtsstaatlichen und freien Verfassung - wir leben in der auf deutschen Boden im historischen Maßstab besten vorstellbaren Welt. Diese zu erhalten und dafür als Christen uns einzusetzen, ist eine vorstellbare, nach Möglichkeit sogar verpflichtende Aufgabe.

Und daher schließe ich mit einem Römerwort, schwer zu leben und zu erleben, aber Ausdruck einer gelungen und am Menschlichen orientierten Rüstzeit:
Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Römer 12,16-18