CoV-Inselrüstzeit zur Jahreslosung in Zinnowitz/Usedom, 14. – 16.09.2018

"Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." Joh 21,6

Mehr als 30 Mitglieder und Freunde der CoV machten sich am 16. September 2018 auf den Weg in den nordöstlichsten Winkel Deutschlands, um in Zinnowitz auf der wunderschönen Ostseeinsel Usedom an der Familienrüstzeit unserer christlichen Soldatenvereinigung und des Evangelischen Militärpfarramtes Berlin I teilzunehmen.

Das besondere Ostsee- und Inselflair, die hervorragende Unterkunft, die das weitläufige Anwesen des St.Otto-Hauses in Zinnowitz bot, und die Nähe zum Strand machten die für manche Teilnehmer lange Anreise in vollem Umfang wett.

Die Jugendstilarchitektur im Ortsinnern dieses historischen Kaiserbads mit vielen Cafés und kleinen Ladengeschäften sowie die zentrale Lage des Ortes auf der Insel boten viele Möglichkeiten, bei Exkursionen auch außerhalb des Rüstzeitprogramms auf Interessantes zu stoßen und dabei historisch und kulturell relevante Einrichtungen zu besuchen.

Unter der geistlichen Leitung von Militärdekan Peter Schmidt vom Evangelischen Militärpfarramt Berlin I widmeten wir uns am Samstag der diesjährigen Jahreslosung aus der Offenbarung des Johannes (21,6): "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.". Dieses Gotteswort war Ausgangspunkt zur Reflexion. Anhand der Leitfrage "Wann und unter welchen Umständen war ich schon einmal richtig durstig?" berichteten viele Teilnehmer von ganz persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen.

Ob Durst als physiologisches Phänomen während einer Bergtour in den französischen Alpen oder beim mehrtägigen Trecking durch asiatische Steppen oder während eines Radrennens, ob Durst auf physische Grenzerfahrungen oder Durst nach Liebe oder nach Anerkennung im Kameraden und Freundeskreis oder durch Vorgesetzte I allen ist eines gemeinsam: Es handelt sich um ein zwingendes Bedürfnis, welches gestillt werden muss. Wasser stillt Durst. Wasser belebt, nicht nur nach großem, intensivem Durst, es ist auch lebenswichtig, ist das Leben selbst. Wasser wird zunehmend zur kritischen Vitalressource. Es ist also lebensnotwendig für unsere Zukunft und die unserer Kinder, auf unserer Erde.

In der Diskussion erinnerten wir uns an das besondere Gebetsanliegen (CoV Gebetskreis) zu Beginn des Jahres auf Regen in afrikanischen Ländern und ganzen Regionen des Kontinents, in denen das Ausbleiben von Wasser akut lebensbedrohlich ist.

In zahlreichen Glaubensberichten wurde auf die zweite Leitfrage "Was stillt unseren Durst im Leben?" eingegangen. Dem Durststillen als kurzfristig wirkendes Handeln, um auf spontan auftretende Situation individuell empfundener Not zu reagieren, wurde der Wunsch auf ein dauerhaftes, nachhaltiges Stillen, ein fortwährendes Stillen, welches in unterschiedlichste Durstsituationen des Lebens hineinwirkt, gegenübergestellt. Manche Teilnehmer berichteten von persönlich erlebter Liebe, Geduld und Gnade Gottes, welche genau dieses Bedürfnis stille. Ein weiterer Unterschied wurde im Ende des Bibelworts der Off 21,6 erkannt: Während jeglicher Durst, der auf herkömmlichen Weg gestillt wird, von uns eine Gegenleistung in Form von Bezahlung, Anstrengung, Risiko fordert, bietet Gott uns Sein lebendiges Wasser "umsonst".

Das lebendige Wasser macht heil an Leib und Seele. Jesus sprach zur Samaritanerin, die er am Brunnen traf: "Wenn du wüsstest, was Gott dir geben will und wer dich hier um Wasser bittet, würdest du mich um das Wasser bitten, das du wirklich zum Leben brauchst. Und ich würde es dir geben." (Joh 4,10-11). Und ebenso in Vers 13: "Wer dieses Wasser (Anm.: aus diesem Brunnen) trinkt, wird bald wieder durstig sein. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst bekommen. Dieses Wasser wird in ihm zu einer nie versiegenden Quelle, die ewiges Leben schenkt."

Den Abschluss der geistlichen Reflexion bildeten weitere Glaubenszeugnisse.

Unseren Wissensdurst konnten wir bei zwei nachmittäglichen Exkursionen, die alternativ angeboten wurden, stillen. Die eine Gruppe beschäftigte sich bei einem Besuch des Historisch-Technischen Museums mit der Rolle Usedoms als größtem militärischen Forschungszentrum im Zweiten Weltkrieg. Die andere Gruppe besuchte das Wohnhaus und Atelier des Ostseemalers Otto Niemeyer-Holstein in Koserow/Lüttenort, an der schmalsten Stelle zwischen Ostsee und Achterwasser.

Nach der frühabendlichen Andacht am herrlichen Sandstrand von Zinnowitz begeisterte uns unser Mitglied Oberfeldarzt Dr. Erika Meyer mit ihrem kurzweiligen und sehr persönlich geprägtem Vortrag über ihren Einsatz bei der European Union Training Mission (EUTM) in der Nähe der malischen Hauptstadt Bamako. Dabei erläuterte sie die Entstehungsgeschichte sowie das komplexe gegenwärtige Erscheinungsbild des Konflikts im westafrikanischen Mali und schilderte ihre persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse als Kompaniechefin der multinationalen Sanitätseinsatzkompanie bei EUTM Mali in Koulikoro. Sie ging dabei ebenso auf die lebensspendende Wirkung des Niger sowie der durch Wassermangel bedingten Notsituation im Norden des Landes ein.

Am Sonntag machten wir uns nach dem Abschlussgottesdienst, der musikalisch durch Liria Klement (Geige) und Jonas Herrmann (Keyboard) begleitet wurde, und dem Mittagessen geistlich und geistlich gestärkt wieder auf den Heimweg.